Ein-Euro-Jobber als Sturmschäden-Beseitiger

Fragwürdiger Ein-Euro-Job: In Düsseldorf werden Erwerbslose zur Beseitigung von Ästen, umgestürzten Bäumen und heruntergefallenen Dachziegeln eingesetzt

28.07.2014

In Düsseldorf sollen Ein-Euro-Jobber die Schäden des Sturms „Ela“, der über Pfingsten in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt wütete, beseitigen. Damals lag der innerstädtische öffentliche Verkehr auf einigen Straßen für mehrere Tage brach. Längst sind nicht alle Schäden beseitigt. Deshalb hat sich die Stadt eine kostengünstige Lösung überlegt: Umgestürzte Bäume, Äste und herabgestürzte Dachziegel sollen von Hartz IV-Bezieher beseitigt werden. Insgesamt 15 Ein-Euro-Jobs wurden dafür geschaffen.

15 Ein-Euro-Jobs zur Beseitigung von Sturmschäden
Düsseldorf wurde von Sturm „Ela“ besonders heftig getroffen. Allein 17.000 Straßenbäume wurden durch das Unwetter an Pfingsten zerstört. Da die Schäden noch immer unübersehbar sind und selbst mit Unterstützung der Bundeswehr noch nicht vollständig beseitigt werden konnten, sollen nun Hartz IV-Bezieher im Rahmen von Ein-Euro-Jobs Grünzeug, Unrat und Müll aufräumen.

„Die Stadt hat die Arbeitlosen angefordert. Insgesamt wurden 15 zusätzliche Stellen für die Aufräumarbeiten bewilligt", berichtete Düsseldorfs Jobcenter-Sprecher Jürgen Henningfeld gegenüber der Online-Ausagabe der „WAZ“. Es handele sich um Ein-Euro-Jobs. „Die Arbeitlosen kriegen weiterhin Hartz IV und beziehen zusätzlich für jede Arbeitsstunde einen Euro." Die Hartz IV-Bezieher sollen etwa 40 Stunden pro Woche arbeiten, so Hennigfeld. Zwei Stellen seien bereits besetzt. Dabei würde es aber nicht um gefährliche Arbeiten gehen. „Die Leute rücken an, wenn die Experten alle Gefahren beseitigt haben und räumen dann liegen gebliebene Äste, Unrat oder Sägespäne weg." Das Grünflächenamt entscheide über die Einsatzorte der Erwerbslosen.

Voraussetzung für die Tätigkeiten sei, dass die Ein-Euro-Jobber fit und gesund seien, erläuterte der Jobcenter-Sprecher. Darauf werde in der Ausschreibung ausdrücklich hingewiesen. „Wir sind zuversichtlich, dass bald alle 15 Stellen vergeben sind."

Ausbeutung von Hartz IV-Beziehern
Ein-Euro-Jobs, sogenannte Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung, müssen die Kriterien „zusätzlich“, „im öffentlichen Interesse liegend“ und „wettbewerbsneutral“ erfüllen, um keine regulären, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze zu verdrängen. Zudem sollen sie dabei helfen, Hartz IV-Bezieher wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Wie die Beseitigung von Sturmschäden jedoch dabei helfen soll, eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden, ist außerordentlich fraglich. Vielmehr scheint die Stadt Düsseldorf hier auf Kosten von Hartz IV-Beziehern kräftig Geld sparen zu wollen. Dass dabei Menschen, die 40 Stunden in der Woche arbeiten, nur einen subventionierten Hungerlohn erhalten, wird dabei offenbar in Kauf genommen. (ag)



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