Drei Euro in der Stunde statt Hartz IV

Arm durch Arbeit: Undercover im Niedriglohn Sektor. Die Alternative zu Hartz IV?

(24.04.2010) Drei Euro pro Stunde bei der Erdbeerernte, Schichtdienst bei Opel für 650 Euro netto im Monat. Jede Arbeit ist besser als Hartz IV, wollen Politiker den Menschen einbleuen. Doch dabei sind Mindestlöhne völlig egal, hauptsache der Umsatz der Arbeitgeber stimmt. Westerwelle posaunt es immer wieder gern heraus; "Arbeit müsse sich wieder lohnen!". Statt "römischer Hartz IV Dekadenz" sollen die Menschen im Niedriglohnsektor arbeiten. Buchautor Markus Breitscheidel stellte in der vergangenen Woche sein neues Buch "Arm durch Arbeit" vor.

Breitscheidel war 18 Monate als Undercover-Journalist im Niedriglohnsektor beschäftigt. Hierfür hat er einen Hartz IV Antrag gestellt und wurde prompt vermittelt: in die Zeitarbeit. Dabei machte er seine Erfahrungen und wurde als Leiharbeiter u.a bei Opel im Schichtdienst beschäftigt oder arbeitete auf den Feldern bei der Erdbeerernte. Der Lohn reichte dennoch nicht zum Leben. Und falls er sich weigern wollte, um der Ausbeutung zu entgehen, drohte sogleich die Hartz IV-Behörde mit Leistungskürzungen. Lebensrealität für Millionen Menschen in Deutschland, abseits der Berichterstattung der Mainstream-Presse.

Der Autor erlebte die gnadenlose Ausbeutung im Niedriglohnbereich. Für die 3-fachschicht im Opelwerk Rüsselsheim bekommt Breitscheidel zwischen 650 und 700 Euro netto. Gleich drei Zeitarbeitsfirmen verdienen pro Stunde mit, am Ende der Kette die Firma Adecco, Weltmarktführer für Zeitarbeit. Möglich wird dies durch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Ursprünglich zum Schutz der Leiharbeitnehmer vor Ausbeutung erlassen, wurde das Gesetz im Zuge der Hartz IV Reformen in wesentlichen Punkten geändert. Das besondere Befristungsverbot, das Synchronisationsverbot, das Wiedereinstellungsverbot und die Beschränkung der Überlassungsdauer auf höchstens zwei Jahre wurden aufgehoben.

So ist es möglich, dass Breitscheidel als Leiharbeiter die gleiche Arbeit wie der fest angestellte Opelaner für 30 Prozent weniger Gehalt und ohne Tarifschutz leistet und trotz Vollzeitbeschäftigung eine ALG II Aufstockung beantragen muss. Und der besser bezahlte Opelaner finanziert auf diese Weise mit den Steuerabgaben auf sein Gehalt den ausgeliehenen Kollegen an der Werkbank nebenan. Das Buch über die bittere Realität der Ausbeutung im Niedriglohnbereich "Arm durch Arbeit" ist erschienen im Econ-Verlag. Ein sehr empfehlenswertes Buch! (sb)

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