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BA: Schon wieder ein Hartz IV Datenskandal

Eine sog. "Personal-Beratungs Firma" aus Berlin hat bei der Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 2500 Stellenangebote eingestellt. Die Stellenangebote der Firma waren jedoch nicht real, sondern dienten einzig und allein dazu, persönliche Daten von Hartz IV-Beziehern und Arbeitssuchenden zu sammeln.

Eine Personalfirma sammelte Daten von Erwerbslosen in der Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit, um Bewerbungsschreiben zu verkaufen

Schon wieder ist bei der Bundesagentur für Arbeit eine schwerwiegende Datenpanne öffentlich geworden. Erst kürzlich wurde bekannt, dass 100.000 Mitarbeiter der Jobcenter und Arbeitsagenturen Zugriff auf hoch sensible Daten von Hartz IV Beziehern hatten, obwohl die Mitarbeiter nicht damit beauftragt waren, die Betroffenen zu betreuen. Ein ganz anderer Datenskandal wurde nun bekannt: Eine sog. "Personal-Beratungs Firma" aus Berlin hat bei der Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 2500 Stellenangebote eingestellt. Die Stellenangebote der Firma waren jedoch nicht real, sondern dienten einzig und allein dazu, persönliche Daten von Hartz IV-Beziehern und Arbeitssuchenden zu sammeln. Dieses Mal ist die BA selbst auf den Gedanken gekommen, dass da etwas nicht stimmen könnte, wenn eine Firma eine so hohe Anzahl von Stellenangeboten offeriert. Es habe sich um "keine realen Jobangebote gehandelt, der Anbieter war nur darauf aus, Daten von Arbeitnehmern zu sammeln", so eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit. Die fingierten Stellenangebote werde man nun löschen. Eine entsprechende Strafanzeige werde man jedoch nicht stellen, da es angeblich keine rechtliche Handhabe dafür gebe.

Datenschützer kritisieren schon lange, dass die Online Stellenbörse der BA geradezu dazu einlade, die Daten von Bewerbern zu sammeln. Die Firmen sagen den Arbeitssuchenden ab, bieten jedoch gleichzeitig gegen ein entsprechendes Entgeld an, "proffesionelle Bewerbungen" anzufertigen. Die Daten werden also dazu gesammelt, um den Arbeitssuchenden Verkaufsangebote zu unterbreiten. Datenschützer kristisieren, dass entsprechende Kontrollmechanismen der BA sehr ungenügend seien. Dieser Fall von Missbrauch der Stellenbörse ist nur deshalb aufgeflogen, weil der Anbieter eine sehr hohe Anzahl von Stellenangeboten in der Stellenbörse anpreisten. Andere Datensammler gehen geschickter vor und verteilen ihre Angebote auf verschiedene Accounts bei der BA. Es ist anzunehmen, dass die Dunkelziffer demnach deutlich höher liegen wird. Man sollte also vorsichtig im Umgang mit der BA Stellenbörse sein und auf entsprechende Angebote nicht reagieren. Zudem sollte man Missbrauchsfälle sofort der Bundesagentur für Arbeit mitteilen, damit die Datensammler nicht andere Bewerber hinters Licht führen können. (11.11.2009)


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