Auch die EU schummelt Arbeitslose weg

Nicht nur die deutsche Bundesregierung, sondern auch die EU schummelt die Erwerbslosen weg – durch statistische Tricks

01.06.2017

135 Millionen Arbeitslose gelten nicht als arbeitslos
So sind in der EU offiziell 21 Millionen Menschen zwischen 15 und 74 arbeitslos, 224 Menschen arbeiten, davon 178 Millionen in Vollzeit. 135 Millionen allerdings laufen unter „ökonomisch inaktiv“. Darunter fallen vor allem Hausfrauen und Hausmänner, deren Partner regulär beschäftigt sind.

In den monatlichen Meldungen zur Arbeitslosigkeit in der EU tauchen diese 135 Millionen nicht einmal als Fußnote auf. Im Klartext also: Wenn ein Paar zusammen lebt, und einer davon einer Erwerbstätigkeit nachgeht, gilt der andere nicht als erwerbslos.

Arbeitslos ist nur, wer Arbeit sucht
Mehr noch: Eurostat listet 8,8 Millionen Menschen „classified as available to work but not looking for work.“ Sie seien demotiviert und würden nicht aktiv nach Arbeit suchen. Auch sie werden nicht als arbeitslos gezählt.

Wörtlich heißt es: „Persons available to work but not seeking are persons aged 15-74 neither employed nor unemployed who want to work, are available for work in the next 2 weeks but do not seek work. This indicator covers jobless people who do not qualify for recording as unemployed because they are not actively looking for a job. It includes, among others, discouraged jobseekers and persons prevented from jobseeking due to personal or family circumstances.“

Damit sind es schon 143,8 Millionen Arbeitslose, die mit Taschenspielertricks nicht als Arbeitslose gezählt werden.

„Teilzeitarbeit“ schönt die Statistik
Aufschlussreich ist auch die Menge der Teilzeitarbeiter- und arbeiterinnen: 20% der Arbeitnehmer in der EU sind teilzeitbeschäftigt, so Eurostat. Im Schlusslicht der Beschäftigung der EU, Griechenland, handelt es sich um 74 % der Erwerbstätigen. Wohl gemerkt: Als Teilzeitarbeit gilt, für ein paar Euro die Woche Toiletten zu leeren oder als Aushilfe die Teller zu schrubben.

Die Quote der „Teilzeitbeschäftigten“ ist besonders hoch in den Ländern mit extremer Arbeitslosigkeit: Zypern (63,7%) oder Spanien (50,7%) und Portugal (45,1%). Im Klartext heißt das: In Griechenland können drei Viertel aller Beschäftigten von ihrer Arbeit nicht leben, in Zypern fast zwei Drittel, in Spanien die Hälfte.

Aus der Statistik geht nicht hervor, wie viele der 135 Millionen faktisch erwerbsloser Hausfrauen und Hausmänner einen Partner haben, der in „Teilzeit“ arbeitet. Wer also die Hausarbeit macht, während der Partner zwei Mal die Woche Pizzen ausfährt, gilt ebenso wenig als arbeitslos wie der Partner.

Fazit
Wer in der EU als arbeitslos gelten will, darf keinen Partner haben, der einer Erwerbsarbeit nachgeht; er muss sich „aktiv um einen Job kümmern“, er darf keinen Mini-, Mikro- oder Nanojob haben. Wer die „strengen Kritierien“ nicht erfüllt, gilt nicht als arbeitslos. Ob er verhungert, interessiert dabei nicht. (Dr. Utz Anhalt)


Bild: Anton Gvozdikov - fotolia

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