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Arbeitslosen-Statistik wird immer mehr frisiert

Wie das Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe e.V . in einer "Kurzmitteilung" bekannt gab, sank die Anzahl derjenigen, die einen Anspruch auf den Zuschlag gemäß § 24 SGB II, also einen befristeten Zuschlag zum Arbeitslosengeld II nach dem Ende des Bezugs von Arbeitslosengeld I (SGB III) haben, um etwa zwei Drittel gemessen an den letzten 3 Jahren.

Arbeitslosen-Statistik wird immer mehr frisiert. Bundesagentur schönt Arbeitslosenstatistik schon länger: Neuer Trick ab Jahresanfang

Am 4 Mai veröffentlichte die Financial Times Deutschland einen Artikel unter der Uberschrift "Bundesagentur frisiert ab sofort Arbeitslosenstatistik". Noch am selben Tag (11:51 Uhr) gab die BA eine Pressemitteilung heraus, in der es heist, dass diese Überschrift "irreführend" sei.

In der Tat muss man an dieser Stelle der BA Recht geben. Schließlich ist schon seit geraumer Zeit bekannt, dass die offiziellen Statistiken nicht die Realität widerspiegeln. Auch der KEA hat darauf schon in mehreren Artikeln hingewiesen. So werden Menschen,
die älter sind als 58 Jahre, die in einer Maßnahme oder in einem 1- Euro-"Job" stecken, schon länger nicht mehr mitgezahlt, obwohl sie erwerbslos sind. Was die Finanzzeitung in ihrem Artikel skandalisierte, war nur der nächste Versuch, fur 2009 gute oder wenigstens bessere Zahlen zu präsentieren. Am 1. Januar 2009 trat das Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente in Kraft. Seitdem sollen künftig alle Arbeitslosen, die durch private Träger betreut werden, nicht mehr als arbeitslos gezählt werden.

Es sei "inkonsequent, wenn der Arbeitslose mitgezählt werde", der von der Bundesagentur für Arbeit (BA) vermittelt wird, und der andere nicht, äußerte der Vizedirektor des Instituts fur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Ulrich Walwei, gegenüber der FTD und hat anscheinend den Sinn nicht verstanden.

Sollte nämlich die Bundesagentur aufgelöst beziehungsweise privatisiert werden, wie es die FDP unaufhörlich fordert, würde die Arbeitslosigkeit schlagartig auf Null sinken. Die vom SPD-Politiker Scholz für möglich gehaltene Vollbeschäftigung wäre, statistisch
gesehen, über Nacht da. Trotz der schönen Zahlen aber bleiben unter dem Strich Millionen Menschen in der Armuts- und Hartz IV Falle. (Die Keas, 08.06.2009)


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