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Überflüssige: "Mundraub als Protest" gegen Hartz

Die Überflüssigen; Rote Kapuzenjacken und weiße Gesichter

In Aschersleben haben Menschen, die vom Arbeitslosengeld II abhängig sind, eine ganz eigene Aktionsform gefunden, um gegen die Hartz 4 Gesetze zu demonstrieren. Sie gingen in einen Supermarkt, nahmen sich Essen und Trinken aus den Regalen und verspeisten dies sofort im Supermarkt vor Ort.

An der "Aktion zur Selbsthilfe" nahmen sieben Menschen teil, alle bekleidet mit einem roten T-Shirt mir dem Schriftzug "Die Überflüssigen". Kunden und Angestellte wurden Flugblätter verteilt auf denen zu lesen war; ""Laut Gesetz stehen einem Hartz IV-Empfänger pro Tag für Lebensmittel 0,75 Euro zum Frühstück, 1,50 Euro zum Mittagessen und 1,50 Euro zum Abendessen zu." Und dies reiche kaum aus, um sich gesund zu versorgen.

Wer oder was sind die "Überflüssigen"?
Bundesweit kommen die Überflüssigen immer wieder in die Schlagzeilen. Die Aktionsformen und deren Protagonisten sind sehr unterschiedlich. Mit Aktionen, die am Rande der Illegalität sind, wollen sie auf die Situation der Arbeitslosengeld II Empfänger/innen aufmerksam machen. In einer Broschüre heißt es:

"Die Überflüssigen sind Menschen in den Industriestaaten, die vom gesellschaftlichen Reichtum ausgeschlossen werden. Sie sind das Ziel des Klassenkampfes von oben und der aktuellen Armutskampagne in Deutschland, sie sind Erwerbslose, deren Rechte weiter beschnitten werden, sie sind Flüchtlinge, die ins Asylbewerberleistungsgesetz fallen, sie sind allein erziehende Frauen, die in Niedrigstlohnjobs gedrängt werden, sie sind die Alten, die ihre Winterschuhe beim Sozialamt erbetteln müssen, sie sind die Kranken, denen 10 Euro Praxisgebühr fehlen."

Aber die "Überflüssigen" wollen nach eigenen Bekunden auch die sozialen Bedingungen der Menschen verbessern, die noch Arbeit haben; Z.B. besuchten einige "Überflüssige" eine LIDL-Filiale in Berlin, inspizierten, markierten die Regale und das Arbeitsumfeld und stellten die Forderung nach einer sofortigen Verdoppelung der Stundenlöhne aller LIDL-VerkäuferInnen. Als die Polizei wenige Minuten später mit großem Aufgebot vorfuhr, waren die "Überflüssigen" schon wieder weg.

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