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Armutsbericht: Jeder 8. von Armut betroffen

VdK fordert Armutsbeauftragte in Bund und Land
Armutsbekämpfung und -vermeidung ist eine Querschnittsaufgabe

"Der Dritte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung belegt, dass die Schere zwischen Arm und Reich bereits viel weiter auseinander klafft, als viele meinen. Dass jeder Achte in Deutschland bereits in Armut lebt, ist beschämend für ein reiches Land und zeigt auch, wie notwendig die aktuelle VdK-Kampagne 'Aktion gegen Armut' ist." Dies erklärte der Präsident des Sozialverband VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, heute in Berlin.

Hirrlinger forderte als Sofortmaßnahme, die Hartz-IV-Regelsätze auf 420 Euro anzuheben. Davon würden alleinerziehende Mütter, bedürftige Rentner und Langzeitarbeitslose gleichermaßen profitieren. Außerdem müsse rasch wieder die Möglichkeit geschaffen werden, große einmalige Belastungen wie bei der Einschulung von Kindern, dem Ersatz von Haushaltsgeräten oder notwendigen Reparaturen, von den Sozialämtern finanzieren zu lassen. Von 347 Euro pro Monat könne man keine Rücklagen bilden.

Jedes sechste Kind lebe inzwischen von Hartz IV, so Hirrlinger. Da könne man den reichsten fünf Prozent der Bevölkerung, die rund ein Drittel des gesamten Volksvermögens besitzen, durchaus die Wiedereinführung der Vermögenssteuer zumuten. Zudem müsse der Hartz-IV-Satz für Kinder um mindestens 20 Prozent von 208 auf 250 Euro angehoben werden.

Hirrlinger: "Armutsbekämpfung und -vermeidung ist eine Querschnittsaufgabe. Wir brauchen Armutsbeauftragte in Bund und Ländern, die sich Sozial-, Arbeitsmarkt-, Gesundheits- und Bildungspolitik gleichermaßen annehmen und koordinieren."

Wenn heute 700 000 der Minijobber in Deutschland über 65 Jahre über das Rentenalter von 65 hinaus für ihre Existenz arbeiten müssen, dann stimme etwas nicht. "Deshalb muss die Rente nach Mindesteinkommen wiederkommen. Sonst laufen Geringverdiener zunehmend Gefahr, in Altersarmut zu geraten. Dazu gehört auch, einen entsprechenden Lohn zu zahlen, denn mit Hungerlöhnen ist Armut ebenfalls vorprogrammiert." (Sabine Kohls, 19.05.2008)


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