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Rente nach Mindesteinkommen wiederbeleben

Rente nach Mindesteinkommen wiederbeleben. Geringverdiener und ALG II Empfänger vor Altersarmut schützen

"Die bisherige Rentenpolitik geht an den Realitäten vorbei. Wir brauchen dringend ein Gesamtkonzept gegen kommende Altersarmut. Der VdK fordert daher, die Rente nach Mindesteinkommen wieder einzuführen", erklärte der Präsident des Sozialverbandes VdK Deutschland, Walter Hirrlinger. "Geringverdiener laufen sonst zunehmend Gefahr, in Altersarmut zu geraten."

Die Rente nach Mindesteinkommen sei nicht neu, so Hirrlinger. "Sie ist bereits von 1972 bis 1991 fester Bestandteil des gesetzlichen Rentensystems gewesen, bis sie weggespart wurde." Heute noch würden Beitragszeiten vor dem Stichtag 1.1.1992 bei entsprechend niedrigem Einkommen höher bewertet. Bei der Berechnung der Rente werden niedrige Entgelte um die Hälfte erhöht, höchstens aber auf 75 Prozent des Durchschnittseinkommens, wenn Betroffene mindestens 35 Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt haben. "Nur wenn alle Arbeitnehmer einen Lohn erhalten, von dem sie ohne staatliche Aufstockung leben können, werden sie eine ausreichende Rente fürs Alter aufbauen. Mit Hungerlöhnen droht auch Altersarmut."

Hirrlinger fordert, die Dämpfungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel abzuschaffen. "Die Koalition muss auf Riester-, Nachhaltigkeits- und Nachholfaktor verzichten. Sie bewirken Einkommensverluste bei den Bestandsrentnern und senken längerfristig auch das allgemeine Rentenniveau bei den jetzt noch Erwerbstätigen. Somit steigt die Gefahr der Altersarmut weiter."

Zudem müsse die Betriebsrente verpflichtend gemacht werden. Auch die jährliche Rentenanwartschaft Langzeitarbeitsloser sei mit 2,19 Euro so gering, dass der Rentenbeitrag unbedingt angehoben werden müsse. Notwendig sei auch ein höheres Schonvermögen bei Hartz IV und Freibeträge bei der Riester-Rente. "Man kann den Menschen nicht ständig sagen, sie sollen privat vorsorgen und ihnen dann im Fall der Arbeitslosigkeit das Ersparte wieder wegnehmen", so der VdK-Chef. (Sabine Kohls, VDK PM- 14.05.2008)

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