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Erneuter Todesfall durch Hartz IV?


58-jähriger Mann verstirbt in Hannover. Seit Oktober letzten Jahres hatte der Mann kein Arbeitslosengeld II erhalten

Ein tragischer Tod eines 58-jährigen Mannes aus Hannover lässt viele Fragen aufkommen. Wie konnte es soweit kommen? Als Jäger in einem Wald bei Solling einen Hochsitz reparieren wollten, fanden sie die extrem vertrocknete Leiche. Neben dem leblosen Körper wurde auch ein Tagebuch gefunden. Die letzte Eintragung stammte vom 13.Dezember letzten Jahres. Das Landeskriminalamt in Hannover vermutet, dass der verstorbene Mann schon seit Weihnachten verstorben ist.

Allen Anschein nach, wählte der Mann den Freitod, indem er keine Nahrung zu sich nahm. Nach Angaben von Gerichtsmediziner können Menschen ohne Nahrung etwa 3 bis 6 Wochen weiter leben. In den Tagebucheinträgen war zu entnehmen, dass der Mann die Arbeitslosigkeit und die Trennung von der Familie psychisch nicht verkraften konnte.

Zuerst verlor Verstorbene seine Arbeit, dann seine Familie und zum Schluss auch noch seine Wohnung. Seit Oktober letzten Jahres wurden auch die Zahlungen des Arbeitslosengeldes II eingestellt. Niemand schien sich zu interessieren, was mit dem Mann weiter geschah. Für die Behörden ist jeder Mensch nur eine Akte. Wenn Erwerbslose plötzlich nicht zu erreichen sind, Termine nicht wahrnehmen und auch sonst sich nicht bemerkbar machen, kennen die Ämter nur eine Antwort: Sanktionen.

Die LINKE fordert deshalb eine "radikale Aufklärung" des Falles. Katja Kipping, sozialpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag sieht deshalb auch Parallelen zu dem tragischen Tod in Speyer. Sie fragt deshalb aus gutem Grund: "Haben auch in diesem Fall die zuständigen Behörden versagt?" Die Sozialbehörden sind verpflichtet, bei Notlagen unterstützend zu handeln. Die Sanktionspraxis der Sozialgesetzgebung macht es aber möglich, dass Erwerbslosen bis zu 100 Prozent der Leistungen gekürzt werden, Menschen also verhungern können. Kipping fordert deshalb sofort alle Sanktions-paragrafen zu prüfen und im Besten Falle abzuschaffen. (14.02.2008)

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